von Sebastian Nickl & Steffen Szymanski

Weichschildkröten wissen den interessierten Betrachter immer wieder zu begeistern, sei es durch ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild oder auch ein mitunter für Schildkröten untypisches Verhalten. Dennoch sind sie verhältnismäßig seltene Gäste in europäischen Haltungen und stellen eher eine Randerscheinung dar. Leider sind viele im Handel erhältliche Arten wie die Chinesische Weichschildkröte (Pelodiscus sinensis) verhältnismäßig bissig, oder sie sprengen – wie im Fall der mitunter öfter gehandelten Florida-Weichschildkröten (Apalone ferox) – schnell den Rahmen handelsüblicher Aquarien. Andere Arten, die sich aufgrund ihrer Größe und ihres Temperaments durchaus gut für eine Zimmerhaltung eignen würden, sind dagegen kaum erhältlich. Zu ihnen gehört die Senegal-Klappenweichschildkröte (Cyclanorbis senegalensis) aus Westafrika. Sie ist die kleinste Weichschildkröte Afrikas und erreicht eine Panzerlänge von etwa 30 cm (maximal 35 cm), was eine Haltung in konventionellen Aquaterrarien gerade noch als gut möglich erscheinen lässt. Leider liegen bis dato jedoch nur sehr wenige Erfahrungen mit diesen sympathischen Tieren vor, zur Nachzucht gar keine. Gelegentlich aber finden einige wenige Exemplare über den Großhandel ihren Weg nach Europa.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 51

von Hendrik Pempelfort

Die Aufzucht von juvenilen Wasserschildkröten verläuft nicht immer problemlos. Aus diesem Grund haben sich erfahrene Züchter mit der Zeit unabgesprochen auf gewisse Standards geeinigt.

von Hendrik Pempelfort

Wie groß sollten nun die Aquaterrarien für Wasserschildkröten sein? In der im vorigen Artikel aufgezählten Beispielliteratur (die bei weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt) finden sich einige Hinweise auf Beckengrößen. Generell gilt der Grundsatz: Je größer das Aquaterrarium ist, desto besser ist es für die Wasserschildkröte. Dass dies nicht ohne Wenn und Aber haltbar ist, werden wir später sehen. Grundsätzlich muss dieser Formel jedoch zugestimmt werden.

von Hendrik Pempelfort

Zur Haltung von Wasserschildkröten im Haus haben sich Aquaterrarien etabliert. Hierfür werden zumeist einfache Aquarien aus dem Zoofachladen verwendet, welche den Vorlieben der zu haltenden Art angepasst werden – beispielsweise durch das Einkleben eines größeren Land- oder Eiablageplatzes. Hierbei ist die erste Frage, die sich nicht nur Neulinge der Wasserschildkrötenhaltung stellen, meistens: Welche Maße muss das Becken aufweisen, damit ich mein Tier artgerecht halten kann?

von Sascha Pawlowski

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) mit ihren zahlreichen Unterarten gehört zu den am weitesten verbreiteten Süßwasserschildkröten weltweit. In Mitteleuropa ist sie
sicherlich die am häufigsten im Freiland gehaltene Süßwasserschildkröte in Privathaltung. So liegen denn auch zahlreiche Haltungs- und Nachzuchtberichte aus menschlicher Obhut vor. Darüber hinaus gibt es auch ausführliche Daten zur Biologie und Physiologie der Tiere im Freiland. Diese physiologischen Anpassungen ermöglichen es den Unterarten (E. o. orbicularis; E. o. galloitalica; E. o. hellenica) im nördlichen Verbreitungsgebiet eine teils mehrmonatige Winterruhe zu vollziehen. Eigentlich ging man davon aus, dass die Tiere die gesamte Zeit im teilweise anoxischen Sediment des Gewässergrundes verbringen und im Prinzip keinerlei Aktivitäten zeigen.
Dass dies nicht notwendigerweise die gesamte Winterperiode der Fall ist, zeigen die Beobachtungen an einer kleinen Gruppe Europäischer Sumpfschildkröten Emys orbicularis hellenica, die seit einigen Jahren in einer kleinen Freilandanlage gehalten werden und im Winter 2012/2013 kontinuierlich hinsichtlich ihres Aufenthaltsortes in der Anlage überprüft wurden, ohne die Tiere bewusst zu stören.