Dr. Markus Baur,

Jahrgang 1967, hat sich seit seiner Kindheit der Haltung und Zucht von Schildkröten verschrieben. Er studierte Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und erhielt 1995 seine Approbation als Tierarzt. Seit 1999 ist er geprüfter Fachtierarzt für Reptilien. Im Jahre 2002 promovierte er schließlich mit einer Arbeit zum Thema „Untersuchungen zur vergleichenden Morphologie des Gastrointestinaltraktes der Schildkröten“.

Er wirkte für einige Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am „Institut für Zoologie, Fischereibiologie und Fischkrankheiten“ der Tiermedizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München und betreute dort u. a. die Reptilienstation. Sein Forschungsschwerpunkt sind Schildkröten, aber auch Krokodile, Leguane und Riesenschlangen finden sein Interesse.

Seit der Loslösung der Reptilienauffangstation von der Ludwig-Maximilians-Universität in München ist er der geschäftsführende Leiter dieser über die Grenzen Deutschlands bekannten Institution. „Berühmt-berüchtigt“ ist er für seine kompetenten Vorträge, in denen er sich auch nicht scheut, einmal ein deutliches Wort zu sagen.

Baur kl

Prof. Dr. Roger Bour,

Jahrgang 1947, studierte Biologie und Zoologie an den Universitäten von Nancy und Paris, Frankreich. Nach dem Studium wechselte er an das „Nationale Naturhistorische Museum in Paris“ und beschäftigt sich hier seither mit Schildkröten und Krokodilen. Einen Arbeitsschwerpunkt bildeten die lebenden und fossilen Schildkröten Madagaskars, der Seychellen und der Maskarenen-Gruppe (Mauritius, Réunion und Rodrigues). Ihm sind auch die ersten Hinweise auf ein mögliches Überleben von Angehörigen der Seychellen-Riesenschildkröten der Gattung Dipsochelys zu verdanken. Des Weiteren interessieren ihn seit Jahrzehnten die Wasserschildkröten Afrikas und hier speziell die Angehörigen der Gattung Pelusios, die er einer vollständigen Revision unterziehen möchte. Auch die Schlangenhalsschildkröten der Gattung Phrynops stehen im Fokus seiner Arbeit, hier beschrieb er u. a. Phrynops vanderhaegei und Mesoclemmys perplexa. Die in Liebhaberkreisen bekannteste Arbeit Prof. Bours dürfte jedoch die Revision der Europäischen Landschildkröten sein. Damals mussten wir u. a. bei den Griechischen Landschildkröten lernen, dass die Westform die Nominatform ist und korrekt Testudo h. hermanni heißt, nicht „T. h. robertmertensi“.

Vor einigen Jahren wurde dann auch die Zwergform der Breitrandschildkröte, Testudo weissingeri, als eigenständige Form durch ihn beschrieben. Inzwischen genießt Prof. Bour das Pensionärsdasein.

Bour kl

Prof. Dr. John Iverson,

Jahrgang 1949, studierte Biologie und Mathematik, um sich nach dem Vorstudium auf Zoologie zu spezialisieren. Seine Diplomarbeit beschäftigte sich mit der geografischen Variation der Moschusschildkröte Sternotherus minor, seine Dissertation mit dem Verhalten und der Ökologie des Bahama-Leguans (Cyclura carinata). In beiden Fällen wurde er für die herausragendste Arbeit seines Jahrgangs geehrt. Seit 1977 lebt und arbeitet er am Earlham College in Richmond, Indiana. Neben der Ausbildung von Studenten findet er immer noch Zeit, sich sowohl der Herpetofauna der Bahamas als auch diversen Schildkröten- und generell herpetologischen Projekten in den USA und Mexiko zu widmen.

Sein besonderes Interesse gilt den Kinosterniden und den asiatischen Geoemydiden. Seine Literaturliste umfasst mehrere Hundert Arbeiten, am bekanntesten ist jedoch seine „Revised Checklist with Distribution maps of the Turtles of the World“. Zahllos sind die Ämter, die er bekleidete oder noch immer bekleidet, ebenso wie die Zeitschriften und Journale, die ihn als kompetenten Berater in ihrem Beirat schätzen. Inzwischen pensioniert, hat er jetzt die Muße, sich ausschließlich seiner Forschung zu widmen.

Momentan bereitet Prof. Iverson eine neue Auflage der „Checklist“ vor, außerdem Bücher über die Schildkröten Mexikos und Chinas.

Iverson kl

Dipl.-Kauffrau Irmtraud Jasser-Häger

„Irmi“ Jasser-Häger ist eine überaus kompetente Praktikerin in der Haltung und Zucht von Schildkröten. Seit etwa 1995 beschäftigt sie sich mit Schildkröten, vorher gehörte ihr Herz den Amphibien. Erste Nachzuchterfolge hatte sie mit der Köhlerschildkröte (Chelonoidis carbonaria), dann wendete sie sich mediterranen Landschildkröten zu (Testudo graeca ibera, Agrionemys horsfieldii), die immer mehr Platz des häuslichen Gartens beanspruchten. Kontakte zu Gleichgesinnten und zu verschiedenen Schildkrötenvereinigungen verstärkten die Beschäftigung mit Schildkröten. Hauptinteressen sind zurzeit südafrikanische Landschildkröten der Gattungen Chersina, Homopus und Psammobates, bei denen sie überaus gute Haltungs- und Nachzuchterfolge verzeichnet. Sie ist regelmäßiger Gast auf diversen europäischen Schildkrötentagungen und hält dort auch Vorträge über ihre Haltungs- und Zuchterfolge.

JasserHaeger kl

Elmar Meier,

Jahrgang 1957, Reitpädagoge, erfahrener Natur- und Artenschützer, Schildkrötenhalter und -züchter von Jugend an. Anfänglich stark auf nordamerikanische Sumpf-, Moschus- und Schlammschildkröten (Graptemys, Clemmys, Sternotherus und Kinosternon) spezialisiert, begeisterte er sich später immer mehr für asiatische Sumpfschildkröten.

Er ist Initiator des „Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS)“, dem er auch seine Privatsammlung übereignete – zum Aufbau einer weltweit einzigartigen und modellhaften Erhaltungszuchtstation für bedrohte asiatische Schildkröten (siehe diverse Beiträge in der MARGINATA). Zurzeit einziger kontinuierlicher Züchter von Zhous Scharnierschildkröte (Cuora zhoui) weltweit und einziger regelmäßiger Züchter der Goldkopfschildkröte (Cuora aurocapitata) in Europa. Alfred-A.-Schmidt-Preisträger für herausragende Zuchterfolge.

Meier kl

Prof. Fritz Jürgen Obst,

Jahrgang 1939, studierte Kunsterziehung und Geschichte und wurde Lehrer. Ab 1964 konnte er jedoch daneben als „externer Biologe“ an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig studieren, wo er 1968 mit dem Diplom abschloss. Thema seiner Diplomarbeit war: „Taxonomische Studien an Europäischen Landschildkröten mit serologisch-immunologischen Methoden“. 1969 wurde er zum Kustos der Herpetologischen Abteilung des „Staatlichen Museums für Tierkunde in Dresden“ berufen. Besondere Schwerpunkte bildeten hier die Schildkröten sowie die Herpetofauna der früheren UdSSR. Den meisten Schildkrötenpflegern ist Prof. Obst durch seine Publikationen bekannt. So sollte in keiner einschlägigen Literatursammlung sein Werk „Die Welt der Schildkröten“ fehlen, ebenso wenig wie das „Lexikon der Terraristik“, das er hauptverantwortlich herausgab. 1995 wurde er zum Direktor des „Staatlichen Museums für Tierkunde“ sowie des „Staatlichen Museums für Mineralogie und Geologie“ berufen, die im Jahr 2000 unter der Bezeichnung „Staatliche naturhistorische Sammlungen Dresden“ zusammengeschlossen und an neuer Stelle untergebracht wurden. Inzwischen genießt er seinen wohlverdienten Ruhestand.

Neben der publizistischen Tätigkeit ist Prof. Obst jedoch vielen auch aufgrund seiner zahlreichen Vorträge bekannt, in denen er es immer wieder schafft, interessierte Laien ebenso wie Fachleute in seinen Bann zu ziehen.

Obst kl

Dipl. Biol. Alexander Pieh,

Jahrgang 1965, von Jugend an von Fischen, Amphibien und Reptilien fasziniert. Während vor allem kulturell geprägter Reisen in den Mittelmeerraum, auf denen er seine Eltern begleitete, erwiesen sich die Begegnungen mit der dortigen Herpetofauna als für das weitere Leben prägend. An der Universität Hohenheim studierte er Biologie, mit dem Schwerpunkt Zoologie. Daneben galt sein Interesse der Terraristik, der Feldherpetologie und den einheimischen Kleinfischen. Seine Diplomarbeit war eine fischbiologische Untersuchung an einem Voralpensee.

In den vergangenen Jahren hatte er, wie er sagt, „das Glück, nicht nur die Museumskeller der schönsten Städte Mitteleuropas zu besuchen, sondern auch den Lebensraum dieser faszinierenden Schildkröten kennenzulernen“.

Aktuell ist er Abteilungsleiter des „Grünen Klassenzimmers“ in der Landesgartenschau-Ausstellung Stuttgart.

Pieh kl

Dr. Peter C. H. Pritchard,

Jahrgang 1943, Zoologe, Natur-, Umweltschützer und engagierter Schildkrötenforscher, der auf der Suche nach Schildkröten nahezu die ganze Welt bereist hat. Die meisten kennen ihn aufgrund seiner Bücher, speziell „Living turtles of the world“ und „Encyclopedia of Turtles“, Standardwerke der Schildkrötenliteratur, die erstmalig alle Schildkrötenformen fotografisch abbildeten.

Parallel zu seiner Tätigkeit als Autor beschäftigt er sich mit Forschungen über Meeresschildkröten, vor allem in Florida und Guyana, sowie mit dem Studium der Galápagos-Schildkröten. Neben seinen zahlreichen Funktionen innerhalb der IUCN ist Peter Pritchard auch Mitherausgeber der Zeitschrift „Chelonian Conservation and Biology“. Trotz all seiner wissenschaftlichen Arbeit findet er die Zeit, sein Wissen nicht nur vor Kollegen zu referieren, sondern auch bei zahllosen Schildkröten- oder herpetologischen Vereinigungen weltweit. Seit dem Jahr 2000 besitzt er sein eigenes Museum, das „Chelonian Research Institute“ [C.R.I. 401 South Central Avenue, Oviedo, FL 32765, USA], eine Einrichtung, die jedem interessierten Schildkrötenforscher offen steht und die größte private Kollektion an Schildkrötenpanzern, -knochen und -schädeln enthält.

Außerdem weist das Haus zahlreiche Erinnerungsstücke der diversen Forschungsreisen sowie eine Bibliothek und eine Separata-Sammlung auf, die ebenfalls einzigartig ist.

Zwar inzwischen im Ruhestand, ist Peter Pritchard dennoch immer aktiv und unterwegs. Seine letzte große Publikation ist ein Werk über die seltenste Weichschildkröte der Erde, Rafetus swinhoei, in dem er alles Wissen über diese Art auf 184 Seiten zusammengefasst hat.

Pritchard kl

Prof. Dr. Shi Hai-Tao,

Jahrgang 1963, studierte an den Universitäten von Xinjing und Beijing (China) Biologie und Zoologie, mit Schwerpunkt Tierökologie. Seit dem Jahr 2000 ist er Leiter der biologischen Abteilung der „Hainan Normal University“ auf der Insel Hainan, China. Während seines Studiums und seiner akademischen Karriere beschäftigte er sich mit der Freilandökologie der Vierzehenschildkröte (Agrionemys horsfieldii) in Xinjing und des Temminck-Tragopans (ein Fasanenvogel). Seitdem er auf Hainan lebt, studiert er intensiv die dortige Schildkrötenfauna und unterrichtet die Studenten in Feldforschungsmethodik. Aktuelle Schwerpunkte seiner Arbeit sind Untersuchungen zur Verbreitung und Ökologie der Vieraugenschildkröten (Sacalia bealei), der Chinesischen Streifenhalsschildkröte (Ocadia sinensis), der Zacken-Erdschildkröte (Geoemyda spengleri) und der Hinterindischen Scharnierschildkröte (Cuora galbinifrons ssp.). Weitere Forschungsgebiete sind Schildkrötenhybridformen sowie die generelle Bedrohung der chinesischen Schildkröten und deren Schutz. Um aktuelle Methoden des Naturschutzes kennenzulernen, nahm er u. a. an einer mehrmonatigen Schulung durch die „Durrell Wildlife Conservation Society“ teil und ist gern gesehener Gast und Referent auf zahlreichen nationalen und internationalen Schildkrötenkonferenzen.

ShiHaiTao kl

Henk Zwartepoorte,

Jahrgang 1949, ehemaliger Reptilien-Tierpfleger und „Turtle Conservation Officer“, jetziger Kurator für Niedere Wirbeltiere im Zoo Rotterdam-Blijdorp, Niederlande, wo er seit 1978 beschäftigt ist. Mitglied der „European Association of Zoological Gardens & Aquaria“ (EAZA), der „Taxon Advisory Group“ für Amphibien und Reptilien, Zuchtbuchführer für Testudo kleinmanni, Testudo werneri, Testudo g. graeca, T. g. ibera und zusammen mit Irmtraud Jasser-Häger für Chersina angulata. Er gründete die „European Studbook Foundation“ (E.S.F.), die er seitdem auch als Vorsitzender leitet. Bis 2003 bestimmte er mehr als zehn Jahre zuerst als Geschäftsführer, dann als Vorsitzender die Geschicke der „Nederlandse Schildpadden Vereniging“ (NSV) und machte diese Vereinigung zu einer über 800 Mitglieder umfassenden Organisation, die die Belange der Schildkrötenpfleger auch in diversen staatlichen Gremien vertritt.

Nicht unerwähnt bleiben darf seine Tätigkeit als Vorsitzender der „Turtle Survival Alliance (TSA) Europe“ seit 2002. Seinem Engagement und der engen Kooperation mit dem EAZA-Büro ist es zu verdanken, dass über 1.100 beschlagnahmte Schildkröten aus Hongkong ihren Weg in europäische Zoos fanden. Henk Zwartepoorte ist bekannt als langjähriger und erfolgreicher Halter und Züchter diverser Schildkröten- und anderer Reptilienarten und trägt sein Wissen und seine Erfahrungen regelmäßig auf diversen herpetologischen oder schildkrötenspezifischen Veranstaltungen in ganz Europa vor.

Zwaarteporte kl